[Tustep-Liste] Zeilennummern abschnittsweise - Problematisierung & Vorschlag

Michael Trauth trauth at uni-trier.de
Tue Jun 9 19:25:15 CEST 2009


Liebe Tustepler,

dieses Posting ist als Dank und als Antwort gedacht
für die Wortmeldungen auf der Liste, aber auch für
die Nachrichten, die mich abseits der Liste erreicht
haben.

Mit meinem Appell an das Erbarmen des Programmautors
habe ich viel Zustimmung von Anwenderseite geerntet.
Wir sollten uns dabei freilich klarmachen, daß die
Chose durchaus beachtliche Tücken hat. Im Falle von
Thomas Meyer war's noch recht einfach: Er wollte *nur*
die abschnittsbezogene Zeilenzählung, und die hat er
gekriegt. Aber fast alle, die sich in den letzten
Tagen mit Editionsinteressen bei mir meldeten, haben
etwas außer acht gelassen, woran nur Christian Moser
en passant aufmerksam machte: Daß sich nämlich ihr
Anliegen keineswegs darin erschöpft, den gewünschten
abschnittsbezogenen Zeilenzähler oben im Editionstext
zu sehen, sondern daß er auch in die Apparatverweise
eingebaut werden soll. Und *das* ist dann keineswegs
mehr trivial, denn die Standard-*AUMBRUCH-Prozedur
muß dann vollständig mit Mitteln außerhalb des
Satzprogramms substituiert werden:
- Der Zeilenzähler muß durch das #kopiere bzw. Tuscript
  auch in die Apparateinträge eingebaut werden (was
  mein herumgeschicktes einfaches Beispiel auf der
  Liste natürlich *nicht* besorgt);
- im Falle von Wörtern, die z.B. am Zeilenende
  getrennt wurden, muß dann außerdem eine Von-Bis-
  Referenz eingebaut werden;
- im Falle von Langeinträgen (= AEinträge, die sich
  auf größere Textbereiche beziehen) müssen dann über
  eine weitere Teilprozedur die Endepunkte ausgelesen
  und ebenfalls in die AEinträge eingebaut werden.

Und zu allem Überfluß kann es ja bei einer kapitel-
oder abschnittsweisen Zeilenzählung ja vorkommen,
daß mehr als ein Abschnitt auf einer Seite zu stehen
kommt. Wie sollen in diesem Fall (mit Apparaten am
Seitenende) die Abschnitte auseinandergehalten werden?
Nehmen wir an, wir haben drei Briefe auf einer Seite:
Das Ende von Brief 1 oben, dann der kurze Brief 2 in
der Mitte, dann der Anfang von Brief 3 unten auf der
Seite. In einem solchen Fall kann es durchaus vorkommen,
dass es drei *identische* Apparatreferenzen gibt, weil
z.B. die Zeile 8 sowohl im Brief 1, im Brief 2 und im
Brief 3 vorkommt. Es ist klar, daß diese drei gleichen
Referenzen dann durch irgendein Unterscheidungsmerkmal
auseinandergehalten werden müssen. Aber wie? Bei Briefen
könnte dies etwa die Briefnummer sein, bei Büchern,
Kapiteln, Stücken, Paragraphen etc. dann eben deren
Zählung usw. Ein anderer Editionswissenschaftler aber
braucht statt dessen vielleicht eine andere, automatisch
generierte Form der Unterscheidung: Etwa ein Kennbuchstabe
vor oder nach der Apparatreferenz? Oder ein kleiner
hoch- und nachgestellter griechischer Buchstabe? Oder
ein kleiner vorangestellter Ziffernsupponent? Wie
man sieht, ist an das scheinbar kleine und selbst-
verständliche Postulat ein ganzer Rattenschwanz von
Systemerfordernissen und Problemen geknüpft.

Es scheint mir klar zu sein, daß eine Lösung dafür
nicht aus dem Ärmel geschüttelt werden kann. Ich nutze
deshalb die Gelegenheit, hier anzufragen, wieviele
Anwender es gibt, die eine Lösung für das skizzierte
Problemgeflecht benötigen. Unter der Voraussetzung,
daß es mehr als fünf sind *und* daß der Programmautor
hier erklärt, daß vorerst nicht mit einer Standardlösung
zu rechnen ist, würde ich das Erstellen einer prozeduralen
Blackbox anbieten, für deren Nutzung der #satz-Anwender
a) nur ein paar vordefinierte Satzmakros verwenden und
   auch sonst ein paar Kodierungskonventionen einhalten
b) sein eigenes #*aumbruch auf meines umstellen muß.
Die Chose hätte dann auch noch einen kleinen zusätzlichen
Vorteil: Das Standard-#*aumbruch kann bei Apparat-
Langeinträgen derzeit Endepunkte nur dann eintragen,
wenn diese nicht mehr als zwei Seiten vom Anfangspunkt
entfernt sind. In der von mir vorgeschlagenen Prozedur
(die unter anderem #einfuege benutzt) könnte der Abstand
zwischen Anfangs- und Endepunkt beliebig groß sein.

Der langen Rede kurzer Sinn: Wer kann so etwas brauchen
und wäre bereit, sich darauf einzulassen? Wortmeldungen
bitte hier über die Liste.


Viele Grüße reihum von

Michael Trauth


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