[Tustep-Liste] Autom. Konvertieren TIFF 2 EPS

Tobias Ott tobias.ott at pagina-tuebingen.de
Mon Dec 14 18:18:27 CET 2009


Lieber Herr Trauth,

erlauben Sie mir eine sehr kurze Antwort, um dieses Forum nicht allzu sehr
für drucktechnische Fragestellungen zu "missbrauchen":

Photoshop muss intern selbstverständlich technisch eine Farbseparation
vornehmen, um aus dem einen Farbraum den anderen zu erstellen. Hier ist die
von Ihnen zitierte Adobe-Hilfe recht präzise: Bei der Konvertierung
*entsteht* eine Farbseparation. Die Farbseparation ist jedoch nur ein
Prozessschritt unter vielen, der gesamte Vorgang wird nicht als
Farbseparation bezeichnet. 

Wenn nun aber Herr Neumann (oder welcher Anwender auch immer) eine
Farbseparation "beauftragen" würde (und in vielen Anwendungsprogrammen
können Sie dies direkt tun), so wäre das Ergebnis nicht das Gewünschte.

Der Grund, warum Adobe empfiehlt, die Konvertierung erst ganz zum Schluss
vorzunehmen, liegt nicht in der Separation selbst, sondern in der Tatsache,
dass der CMYK-Farbraum kleiner ist als der RGB-Farbraum, also mit der
Konvertierung zwingend ein Verlust an Brillanz einhergeht. Dies sollte man
natürlich erst dann machen, wenn man die Bearbeitung abgeschlossen hat und
das Ergebnis drucken möchte.

Da dieses ganze Thema außerordentlich spannend und drucktechnisch wichtig
ist, können wir uns hierüber vielleicht in Blaubeuren bei einem Bier
austauschen? Weitere Interessenten natürlich herzlich willkommen! 

Und - um auch diesen Beitrag in den TUSTEP-Kontext zu stellen: Ich darf
schon ankündigen, dass TUSTEP in der aktuellen Version 2010 sämtliche
HKS-Farben (K und N) auch als Schmuckfarben unterstützt, d.h. Schmuckfarben
als fünfte (zweite, sechste, siebte...) Farbe zur Separation vorbereitet (so
dass diese nicht zwingend, wie bisher, in CMYK-Bestandteile separiert
werden). Dies ist ein sehr wichtiger Schritt, da z.B. immer mehr
Publikationen zweifarbig (schwarz + Schmuckfarbe) werden. Im Zuge dessen
wird es vielleicht ohnehin einen kurzen Exkurs zu den unterschiedlichen
Farbmodellen in Blaubeuren geben...

Beste Grüße in die Runde,

Ihr Tobias Ott



-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: tustep-liste-bounces at lists.uni-wuerzburg.de
[mailto:tustep-liste-bounces at lists.uni-wuerzburg.de] Im Auftrag von Michael
Trauth
Gesendet: Montag, 14. Dezember 2009 16:51
An: tustep-liste at itug.de
Betreff: Re: [Tustep-Liste] Autom. Konvertieren TIFF 2 EPS

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Weitere Informationen: www.itug.de
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Lieber Herr Ott,

vielen Dank für die Ergänzung und die Korrektur:

> - Die Konvertierung der Daten vom RGB-Farbraum
> in den CMYK-Farbraum ist in der Tat zwingend
> erforderlich* - aber natürlich nur, WENN die
> Daten tatsächlich im RGB-Modus vorliegen...

In der Tat. Das hatte ich stillschweigend vorausgesetzt,
daß ein CMYK-Bild nicht (noch einmal) nach CMYK konvertiert
werden muß. Hier ist der Ort für den Hinweis, daß JPG-Dateien
*immer* RGB-Dateien sind, TIF-Dateien aber sowohl aus dem
RGB- wie auch aus dem CMYK-Farbraum stammen können. Das
hängt natürlich stark von der Quelle ab, aber in unserer
Web-basierten Informationswelt, die alle Bilder erst einmal
auf dem Computermonitor betrachtet, sind auch die TIFs zu
weitaus mehr als 90% RGB-Bilder. Alle (Foto-)Kameras, die
ich kenne und die ihre eigenen Bilder (neben dem
herstellerspezifischen Raw-Format) sowohl als JPGs
als auch als TIFs abspeichern, speichern diese in
beiden Formaten im RGB-Farbraum ab. Wer also als
Wissenschaftler mit seiner sündteuren Spiegelreflexkamera
eine Archiv- oder Bibliotheksreise unternimmt und von
dort Hunderte wertvoller, womöglich mit hohem Aufwand
hergestellte Aufnahmen mitbringt und diese für seine
eigenen (Buch-)Publikationen verwenden möchte, sollte
unbedingt im Hinterkopf behalten, daß er sie nach CMYK
konvertieren muß, wenn er nicht ein paar üble Erfahrungen
machen will.

Das folgende ist jetzt die eigentliche Überraschung
für mich:

> - Diese Konvertierung ist KEINE Farbseparation! Bitte
> keinesfalls eine Farbseparation durchführen!! Die
> Farbseparation erfolgt üblicherweise erst im RIP (d.h.
> im entsprechenden Modul bei der Druckplattenbelichtung)
> und bezeichnet das Aufteilen der Farbinformation in
> die vier Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz
> (bzw. die gewählten Schmuckfarben) in vier Dateien(!!!),
> die dann separat belichtet werden. 

Ihnen als Profi glaube ich erst einmal aufs Wort - Roma
locuta, causa finita. Trotzdem bin ich einigermaßen verstört,
denn in der Literatur zum Thema findet sich die Chose auch
anders dargestellt. Kann es sein, daß auch viele Profis
den Unterschied nicht oder nicht gut genug kennen? Oder
daß bereits eine Verwischung der Begriffe stattgefunden
hat? So finde ich etwa bei Directtools.de (Imaging for
Professionals!!) unter der Überschrift

: Umrechnung RGB nach CMYK - Farbseparation

die Definition

: Als Farbseparation wird die Umrechnung von RGB-Farben
: ... nach CMYK-Farben bezeichnet.

Und im Online-Lekikon der Grafik-Fachbegriffe von at-mix.de
ist unter 'Farbseparation' nachzulesen:

: Bei PC-Anwendungsprogrammen ist damit auch die Umrechnung
: der Bildschirmfarben (RGB) in das CMYK-Modell gemeint. 

Diese Exempel könnte ich noch beträchtlich vermehren, vor
allem aber etliche Handbücher zum Photoshop zitieren (bes.
Heico Neumeyer und Deke McClelland), beschränke mich aber
darauf, den Photoshop selbst heranzuziehen. Im Photoshop
CS3 formuliert die Adobe-eigene Hilfe:

: "Beim Konvertieren eines RGB-Bildes in ein CMYK-Bild entsteht
: eine Farbseparation. Wenn Sie als Ausgangspunkt ein RGB-Bild
: verwenden, sollten Sie es erst in RGB bearbeiten und dann
: ganz zum Schluss in CMYK konvertieren..."

Können Sie meiner Verwirrung ein wenig auf die Füße helfen?


Mit Dank im voraus grüßt herzlich

Ihr Michael Trauth


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