[Tustep-Liste] Quo modo

Hans Derkits johann.derkits at univie.ac.at
Fri Jun 25 13:08:15 CEST 2004


	Sehr geehrte Listenteilnehmer,
	Sehr geehrter Herr Sappler,
	
vielen Dank für Ihre Wortmeldung.  Ich kann einen guten Teil Ihrer 
Position verstehen und finde es schön, dass Sie sich in der Frage zu 
Wort melden.

Es würde mir leid tun, mit meinem Beitrag Herrn Trauth, Herrn 
Schälkle, wem immer, persönlich nahegetreten zu sein, oder 
Sie, Herr Hammer, in Ihren Absichten verletzt zu haben. 

Das war bestimmt nicht mein Ziel, und ich bitte Sie, meine Reaktion 
als Reaktion auf ein Verhalten zu verstehen, und nicht gegen eine 
Person gerichtet.  Denn tatsächlich hätte ich dazu keinerlei Grund.

Ich habe auch Herrn Schälkle bisher nur von seiner hilfsbereiten und 
immer verständnisvollen Seite kennengelernt. Aus meiner Sicht gibt es 
hier kein persönliches Problem.

Ich gebe Ihnen aber zu bedenken: Ich bin ein begeisterter 
Tustep-Benutzer, seit ich das Programm kenne (mehr als 15 Jahre), und 
habe mich in Wien lange um seine Verbreitung und die 
Lizenzformalitäten gekümmert.

Meine erste Absicht hier war es gewesen, den Listenteilnehmern eine 
Erfahrung mitzuteilen, von der ich fand, sie könnte auch anderen (und 
den Entwicklern) von Nutzen sein; und die sich hier - durch die 
Erfahrungen anderer Benutzer - bestätigen würde, oder widerlegt 
werden.  Niemals aber als Angriff empfunden.

Die Reaktionen auf meine Mitteilung 'überraschten' mich jedenfalls 
sehr, und vielleicht können Sie sich vorstellen, dass ich 
'verwundert' war, mich ganz unvermittelt auf solche Weise - sagen 
wir: - 'mißverstanden' zu sehen, und vor allem meinerseits "zum 
Gegner gemacht".  Ich habe - weil ich das nicht recht glauben konnte 
- zuerst nur auf die manifesten Inhalte reagiert, mich dann aufgrund 
der (in meinen Augen) immer deutlicheren Zusammenhänge 
entschlossen, auch auf die latente Botschaft zu antworten, die mir, 
nun ja, 'unangemessen' scheint.  Denn Fairness ist doch mehr als eine 
Sprachregelung, oder?

Man sollte auch über die Bedeutung solch schwer verständlicher 
Reaktionen nachdenken dürfen (beide Seiten).  Aber, schon wahr, 
besser wäre, es ruhig zu tun.

Die in Ihren (Pl.) Schreiben geäußerten Einwände beziehen sich 
durchwegs auf die 'Unangemessenheit' meines Tons.  Aber das ist nur 
eine, beim (alleinigen) Lesen meines letzten Beitrags sofort 
erkennbare Seite.

Dieselben hier vorausgesetzten Sprachregelungen für 
Meinungsverschiedenheiten sind auch selbst Mittel der 
Auseinandersetzung: etwa, um 'emotional' vorgebrachte Argumente oder 
Wünsche sofort zu disqualifizieren, ohne sie beantworten zu müssen.

Außer Herrn Hammer hat bisher ja niemand nach dem 'warum' meines 
'Tones' gefragt - in den Protesten sicher aus Ritterlichkeit 
gegenüber den 'Angegriffenen'; stillschweigend vielleicht, weil ja 
alles offen da liegt, und sich jeder sein Bild davon machen kann - in 
welchem Sinn immer.

Aus den Reaktionen sehe ich jetzt, dass ich wohl zu viel als auf der 
Hand liegend vorausgesetzt habe, was für manche Mitlesende doch nicht 
so klar zu sehen war.  Vielleicht habe ich das Verhalten von Herrn 
Trauth (nach den vorausgegangenen Rückmeldungen) einfach falsch 
eingeschätzt und ihm insofern Unrecht getan; es ist ja wahr, dass 
auch ich ihn nur in vermittelnder und ausgleichender Haltung kenne, 
immer besten Willens und dass ich nie ein schräges Wort von ihm 
gehört habe. 

Ich müßte ihm dann aber ein in der diskutierten Sache wirklich sehr 
großes Unwissen zugestehen, weit mehr, als ich je zu tun bereit war.  
Für mich ein unlösbares Dilemma. Doch die Diskussion geht um anderes, 
es wäre schade, eine Lösung durch unnötige Probleme zu behindern. 

So überlasse ich es Ihnen allen, zu beurteilen, wie ernsthaft, wie 
fair, wodurch motiviert diese Interaktionen jeweils waren, und worin 
Sie selbst jeweils den Anlaß sehen möchten.  Ich bin bereit, Ihr 
Urteil darüber zu akzeptieren - aber auch meine Position im Detail zu 
erläutern, wenn Sie das möchten.

(Herrn Schälkle habe ich übrigens sofort zurückgefragt, ob ich seine 
Mails auf der Liste zitieren darf. - Eine Antwort darauf ist nicht 
eingelangt.)

Ich erinnere Sie (Herr Sappler) auch daran, dass die in der Liste - 
ganz allgemein ja sehr freundlich und mit großer Geduld - gestellten 
Fragen der letzten Wochen bis heute unbeantwortet geblieben sind.  
Sie sprechen von "Hohn", und ich frage Sie, wie sehr eine solche 
Attitüde, und der Stil der Reaktionen aus Tübingen (und Umgebung) 
denn wohl Ihren Vorstellungen von einer sachlichen Auseinandersetzung 
entspricht.

- Insgesamt waren es besonders diese Zusammenhänge, auf die ich in 
meinem Schreiben an Herrn Trauth hinweisen wollte, etwas unscharf 
vielleicht, und 'zu emotional' - schon möglich -, aber sonst ja ganz 
in Ihrem Sinn (und Stil).

Für den Rest Ihrer Intervention: Ceteris paribus, oder: Ihre 
Vermutungen zu meinen Motiven sagen viel, sie stehen den meinen in 
nichts nach.  Ein wenig, als würden Sie die eigene Haltung 
beschreiben.

Ich hoffe, wir haben zumindest ein wenig zur Verbesserung künftiger 
Kommunikation und Zusammenarbeit beigetragen.

Mit einem herzlichen Gruß an Sie -
und an Sie alle

Ihr Hans Derkits

Ein PS noch an Herrn Hammer: Auch mir ist von den Tustep-Experten 
stets mit größter Zuvorkommenheit und sehr schnell geholfen worden.  
Sie hatten immer meine Bewunderung.  Und ich kann mir keineswegs 
vorstellen, dass sie nicht wissen würden, wozu eine 
Programmierschnittstelle dient, und welcher Sinn der Einsatz einer 
allgemein verbreiteten Skriptsprache im Rahmen von Tustep zukommen 
würde.  Ich glaube auch nicht an ihre Unkenntnis von Ruby oder 
Python. (Oder es sind verschiedene Experten, von denen hier und da 
die Rede ist.)

Meiner Meinung nach hatte eine ganze Reihe von Äußerungen den Effekt, 
Tustep-Nutzer mit weniger Kenntnissen des Umfeldes auf sehr falsche 
Gedanken zu bringen, und das hat mich geärgert.  Denn es missachtet 
ernsthaft gestellte Fragen und drückt auch nicht eben Achtung aus vor 
den Teilnehmern dieser Liste.

Aber sicher stehen dahinter auch meine eigenen Grenzen...

--
Hans Derkits
johann.derkits at univie.ac.at


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