[Tustep-Liste] Re: Quo vadis?

Giorgio Giacomazzi giorgio at giacomazzi.de
Thu Jun 24 19:09:51 CEST 2004


Sehr geehrter Herr Leicht,

an sich ist es die Aufgabe des Herstellers, zureichende technische 
Dokumentation zu seinem Dateiformat und Codebeispiele zu liefern, nicht 
die Aufgabe des Benutzers, es zu knacken. Möge Ihr Beitrag nun den 
Hersteller zu einer Klarstellung veranlassen, daß Ihr Handeln legal ist 
und, was mich eher interessieren würde, daß Entwicklung und Vertrieb von 
Modulen, welche TUSTEP-Datei lesen und vor allem schreiben können, 
erlaubt ist. Wenn Sie gerade diesen Thread gelesen haben, wissen Sie, 
daß mehrere Anfragen ergangen sind. Sie sind unbeantwortet geblieben.

Mit besten Grüßen,

Giorgio Giacomazzi

leic2501 at uni-trier.de wrote:
> Diskussionsforum Tustep-Liste
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> 
> Liebe Diskussionsteilnehmer,
> 
> Während ich die Beiträge in der Liste besonders in letzter Zeit aufmerksam 
> verfolgte, da ich mir von möglichen Neuerungen und einer Öffnung  des 
> Komplexes "Tustep" bezüglich anderer Sprachen viel erhoffte, fiel mir immer 
> wieder auf, daß das Tustep-Dateiformat kritisiert wurde und besonders, daß es 
> eine "geheimgehaltene Schnittstelle" sei. Die Tatsache, daß größere Datenmengen 
> nicht auf dem rein sequentiellen Weg in einer ASCII-Datei bearbeitet werden 
> sollten, hat Herr Trauth schon geklärt und ich vermute, daß jeder, der sich mit 
> dieser Problematik beschäftigt hat, dem nur zustimmen kann. Für einen Beweis 
> des Gegenteils wäre ich nicht nur offen, sondern sogar sehr dankbar.
> Zugegebenermaßen war ich nicht mäßig erstaunt, als ich im Handbuch stöberte, um 
> etwas über das so geheime Dateiformat zu erfahren und dort eine ausführliche 
> Dokumentation zum Aufbau der Tustep-Datensätze fand (inklusive der Pointer auf 
> folgende und vorangehende Datensätze, der Seiten-Zeilennummer usw.). Nur der 
> Header der Datei ist etwas knapp beschrieben. 
> Obwohl ich mich, was die Programmierung betrifft, als "blutigen Anfänger" 
> bezeichnet wissen möchte, war ich nach einem kurzen Studium einiger SEQ-Dateien 
> mit #DUMPE in der Lage, die Bedeutung der einzelnen Werte zu erkennen und mit 
> C++ ein kleines Programm zu basteln, das die SEQ-Dateien einliest und als ASCII-
> Datei wieder ausgibt. Insgesamt brauchte es dazu:
> - 2 Stunden Zeit (den größten Teil davon mußte ich darauf verwenden, mich mit 
> einigen C++-Anweisungen vertraut zu machen, die ich bis dahin nicht kannte.
> - für die eigentliche Umwandlung in C++ eine Schleife und ein paar Anweisungen 
> (insgesamt 13 Zeilen).
> - ein wenig Neugier
> 
> Ich habe in diesem Programm darauf verzichtet, im Header befindliche 
> Informationen, die nicht unbedingt zum Auslesen notwendig waren (z.B. Länge des 
> längsten/kürzesten Satzes, Anzahl der Sätze, Anzahl der Zeichen, Datum der 
> letzten Bearbeitung usw.) zu interpretieren, jedoch stellt auch dies kein 
> Problem dar.
> Inzwischen bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob tatsächlich diese 
> Schnittstelle gemeint ist, da, wer auch immer sie entworfen hat, bestimmt nicht 
> auf Geheimhaltung oder Verschlüsselung bedacht war und vermutlich in jeder 
> beliebigen Programmiersprache mit ähnlich geringem Aufwand SEQ-Dateien gelesen 
> werden können. Auch das Schreiben sollte nicht wesentlich schwieriger sein. Hat 
> sich einer der Diskussionsteilnehmer eigentlich in Tübingen schon einmal nach 
> einer vollständigeren Dokumentation als im Handbuch erkundigt?
> Obwohl ich mir dagegen sehr sicher bin, daß jeder, der sich damit befasst, in 
> kürzester Zeit mindestens ebensoweit kommen wird wie ich, bin ich gerne bereit, 
> meine Erkenntnisse mit anderen zu teilen und sowohl eine kleine 
> Beispielanwendung in Form einer .exe-Datei, die SEQ-Dateien in ASCII-Dateien 
> umwandelt, als auch den Quellcode dieser Anwendung und/oder eine Beschreibung 
> der Funktionen der einzelnen Einträge im Header der Tustep-Dateien, soweit ich 
> sie herausfand, an Interessierte weiterzugeben. Voraussetzung dafür ist 
> selbstverständlich, daß dies keine Verletzung irgendwelcher Urheberrechte 
> bedeutet. Da ich mich damit jedoch nicht auskenne, möchte ich die 
> Verantwortlichen in Tübingen bitten, mir eine Nachricht zukommen zu lasssen, 
> falls irgendwelche rechtlichen Bedenken bestehen.
> 
> Viele Grüße in die Runde
> 
> Johannes Leicht
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