[Tustep-Liste] Re: Quo vadis?: Keine TUSTEP-Geschichte

Friedrich Seck f.seck at t-online.de
Thu Jun 24 08:53:43 CEST 2004


Sehr geehrter Herr Giacomazzi,

über Ihre Antwort habe ich mich gefreut; vielen
Dank.
Eine Geschichte von TUSTEP zu schreiben fühle ich
mich nicht imstande; es wären subjektive,
womöglich durch die Erinnerung verfälschte
Rückblicke. (So etwas habe ich einmal geschrieben,
über TUSTEP-Anwendung an der UB Tübingen, der
Beitrag sollte aber allgemein verständlich und
lesbar sein und verzichtet deshalb auf alle
technischen Details.) Für die, die es trotzdem
ansehen wollen:
http://w210.ub.uni-tuebingen.de/dbt/volltexte/2003/826/html/festplatte/rundgang/pdf/seck2.pdf

Ich habe keine alten Beschreibungen aufbewahrt,
die durch neue ersetzt sind, sondern habe nur das
Handbuch 2001 und die Ergänzungshefte.  Trotzdem
noch ein kleiner Rückblick: wir haben um 1972
Verzeichnisse unserer Lehrbuchsammlung und
partielle Zeitschriftenverzeichnisse gemacht; das
war meine erste aktive Berührung mit der EDV. Es
gab im Rechenzentrum einen Großrechner, wie man
damals sagte (CD 3300), das noch namenlose
Satzprogramm, Lochstreifen (und in der UB ein
Ungetüm namens Flexowriter, eine programmierbare
Lochstreifenschreibmaschine) für Daten und
Lochkarten für Programme. Das Satzprogramm wurde
mit 5 Lochkarten gesteuert; jede Position hatte
eine feste Bedeutung (z.B. Schriftgrad für
Grundschrift, Durchschuß für Grundschrift). Aber
es gab Fußnoten, lebende Kolumnentitel und wohl
auch schon Apparate. Bei mir waren 2 Lochkarten
immer leer, d.h. wir haben nicht alle
Möglichkeiten des Programms genutzt.

Für die beiden Verzeichnisarten schrieb Herr
Schälkle spezielle Programme, die in
Lochkartenstößen materialisiert waren. Es gab
einige Programmbausteine, z.B. ein xcopy zum
Austauschen von Zeichenfolgen (noch ohne
Ausnahmen) und noch ein anderes N.N.copy,
ebenfalls Vorläufer eines Kopiere-Parameters,
Einzelheiten habe ich vergessen. Zum Glück gab es
TEKO, entsprechend dem heutigen KAUSFUEHRE und
damals zur Korrektur von Tippfehlern und   für
veränderte Neuauflagen unentbehrlich, weil man ja
Lochbänder nicht korrigieren kann. Es gab auch
Sortier- und Registerprogramme, die aber auf
spezielle Zwecke zugeschnitten waren und von
Benutzer nicht verändert werden konnten. 1976,
wenn ich mich recht erinnere, wurde die CD 3300
durch einen TR (Telefunken-Rechner) 440 ersetzt;
plötzlich gab es, o Wunder, Terminals (ein
einziges für die UB), Herr Schälkle schrieb flugs
einen Editor mit Zeige- und Austauschanweisungen,
allmählich wurden die übrigen Standardprogramme
programmiert und ständig erweitert. Irgendwann
mußte das Kind dann auch einen Namen haben.

Für das Kopiere-Beispiel bitte ich um Geduld bis
heute abend.

Mit freundlichen Grüßen
F. Seck

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Dr. Friedrich Seck
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